„Glaubwürdige und verlässliche Unterstützungsangebote von Kirche und ihrer Diakonie weiterhin nötig”
Bei einem Festgottesdienst in Korntal predigte Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Familienpflege. Dabei betonte er, dass der Kern der Haus- und Familienpflege Hilfe für Familien in Not sei und Familien „stabile Unterstützungsnetzwerke vor Ort” bräuchten.
Pflege
Mit einem Festwochenende hat die Evangelische Berufsfachschule für Haus- und Familienpflege gemeinsam mit dem Korntaler Zweig der Evangelischen Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Geistlicher Höhepunkt war der Festgottesdienst am Sonntag mit der Predigt von Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl.
Ganz im Mittelpunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten stand der Dienst der christlichen Nächstenliebe, der im Leitbild der Familienpflege verankert ist. „Gerade am Beginn und am Ende des Lebens sind wir oft hilflos und auf die Zuwendung anderer angewiesen. Die Haus- und Familienpflege hat es mit vielen dieser Lebensmomente zu tun. Das schafft eine besondere Vertrautheit und fordert ein hohes Maß an gegenseitiger Verantwortung. Es macht auch deutlich, wie sehr es in Familien – vor hundert Jahren bis heute – um gegenseitige Verantwortung geht“, sagte Gohl.
Dabei zitierte der Landesbischof den früheren Ratsvorsitzenden der EKD und Bischof der EKBO Wolfgang Huber, der Familie einmal als eine Verantwortungsgemeinschaft bezeichnete. Selbst für Johann Hinrich Wichern, den Begründer der modernen evangelischen Diakonie, sei schon die Familie der Ausgangspunkt diakonischen Handelns gewesen und „der prägende Ort christlicher Nächstenliebe und ein Prototyp für alle anderen Formen der Diakonie“.
Gohl erinnerte an die Geschichte der Einrichtung und würdigte ihre heutige Stellung in der Gesellschaft, aber auch den Dienst als Haus- und Familienpflegerin, der mitunter hart und entbehrungsreich ist: „Es ist kein Job, sondern eine Aufgabe, die mit Hingabe getan wird.“ Für die Arbeit der Schwestern bedankte sich der Landesbischof und beendete seine Predigt mit einem Gebet für sie. Im Anschluss an den Gottesdienst wurden mehrere Grußworte gesprochen, unter anderem von Kornelius Knapp, Vorstand Sozialpolitik beim Diakonischen Werk Württemberg, und Gerd Bürkle, dem Geschäftsführer des Evangelischen Schulwerkes Baden-Württemberg.
Hintergrund:
Pfarrer Gustav Fischer gründete 1913 den „Verband für besoldete Krankenpflegerinnen von christlicher Gesinnung“. Es war der Beginn einer Bewegung, die Frauen in Pflegeberufen stärkte und ihnen eine schützende Gemeinschaft bot.
1926 – drei Jahre nach der großen Weltwirtschaftskrise: Gründung der „Hausschwesternschaft“ als Arbeitszweig des „Evangelischen Volksbundes für Württemberg“. Mitbegründerin und Geschäftsführerin war Fräulein Heidi Denzel.
Mit diesen Gründungen wurden Frauen in pflegenden Berufen gestärkt und erhielten wie in Herrenberg und später in Korntal eine sicherere Gemeinschaft.
Heute ist die Evangelische Berufsfachschule für Haus- und Familienpflege eine Einrichtung der Evangelischen Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal, die sich 2007 aus beiden Schwesternschaften gebildet hat.
Verwurzelt in Herrenberg und Korntal, entstand die Gemeinschaft aus dem Wunsch heraus, Menschen in Notlagen zu helfen. Seitdem prägt sie die diakonische Arbeit in der Region.
Die Gemeinschaft besteht aktuell aus rund 300 Mitgliedern – Schwestern und Brüder, Frauen und Männer, aus verschiedenen Kirchen.
Mit diesen Gründungen wurden Frauen in pflegenden Berufen gestärkt und erhielten wie in Herrenberg und später in Korntal eine sicherere Gemeinschaft. Heute ist die Evangelische Berufsfachschule für Haus- und Familienpflege eine Einrichtung der Evangelischen Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal, die sich 2007 aus beiden Schwesternschaften gebildet hat.
Die Landeskirche in den sozialen Netzwerken
Instagram @elkwue - Newskanal der Landeskirche
Externer redaktioneller Inhalt
Hier wird Ihnen ein externer redaktioneller Inhalt bereitgestellt. Sofern Sie sich diesen anzeigen lassen, kann es sein, dass Daten von Ihnen an den Anbieter des externen Inhaltes gesendet werden.
Hinweis für Kirchengemeinden
Kirchengemeinden sind herzlich eingeladen, Texte wie diesen von www.elk-wue.de in ihren eigenen Publikationen zu verwenden, zum Beispiel in Gemeindebriefen. Sollten Sie dabei auch die zugehörigen Bilder nutzen wollen, bitten wir Sie, per Mail an kontaktdontospamme@gowaway.elk-wue.de nachzufragen, ob die Nutzungsrechte für den jeweiligen Zweck vorliegen. Gerne können Sie alle Bilder nutzen, die Sie im Pressebereich unserer Webseite finden. Sie möchten in Ihrem Schaukasten auf unsere Webseite verlinken? Hier erfahren Sie, wie Sie dafür einen QR-Code erstellen können.
Schon gewusst?
Was es mit der Kirchensteuer auf sich hat, wie sie bemessen wird und welche positiven Effekte die Kirchen mit der Kirchensteuer an vielen Stellen des gesellschaftlichen Lebens erzielen, erfahren Sie auf www.kirchensteuer-wirkt.de.
Weitere Meldungen, die Sie interessieren könnten
Tobias Maurer gehört zum Team der Mobilen Jugendarbeit Stuttgart West-Botnang. Er sagt: „Wir machen weiterhin Streetwork – wenn auch mit den Abstandsregeln.“
„Wir sind da“, lautet das Motto der Mobilen Jugendarbeit der Evangelische Gesellschaft (eva) und der Caritas in Stuttgart. Doch wo sind die Jugendsozialarbeiterinnen und -Sozialarbeiter, wenn die Jugendlichen, für die sie da sind, wegen der Corona-Pandemie kaum noch raus dürfen? „Wir sind trotzdem da“, sagen sie. Und beweisen das mit viel…
Die Schulen öffnen nur schrittweise wieder, der Unterricht erfolgt aus der Ferne: Die Corona-Krise ist eine Herausforderung für Schülerinnen und Schüler. Der Schulseelsorge-Chat bietet Hilfe bei Sorgen und Nöten.
In Zeiten von Corona bleibt oft nur das Homeoffice. Zum Tage der Arbeit, wenden sich die vier Kirchen in Baden-Württemberg an Beschäftigte und Gewerkschaftler.
„Wir sind aufeinander angewiesen.“ Mit einem Appell an die Solidarität wenden sich die vier großen Kirchen in Baden-Württemberg zum Tag der Arbeit an Beschäftigte und Gewerkschaften. „In den letzten Wochen hat sich gezeigt: Überleben können wir nur gemeinsam“, schreiben Erzbischof Stephan Burger (Erzdiözese Freiburg) und Bischof Dr. Gebhard Fürst…
Die Gedenkstätte „Hotel Silber“ würdigt einen „Gerechten“: Pfarrer Theodor Dipper rettete Verfolgte vor den Nationalsozialisten. Mit zwei Videoblog-Beiträgen erinnert das Museum an die Verdienste des Geistlichen.
In Freiwilligendienste können junge Menschen wichtige Erfahrungen sammeln. Anmeldungen sind auch während der Corona-Zeit über die Internetseite des Diakonischen Werkes möglich.
Stuttgart. Die Freiwilligendienstleistenden der Diakonie Württemberg lassen sich von der Corona-Pandemie nicht ausbremsen: Wenn ihr Einsatzfeld schließen muss, suchen sie sich häufig neue Aufgaben und engagieren sich weiter - auch ehrenamtlich.
Deutlich länger als geplant hat das EJW-Workcamp von 14 jungen Leuten im Alter zwischen 19 und 38 Jahren in Südafrika gedauert: Wegen der Corona-Pandemie und der von Südafrika zeitweilig verfügten Schließung der Grenzen konnten sie erst nach sechs Wochen die Heimreise antreten. Die nächsten zwei Wochen verbringen sie in häuslicher Quarantäne.