22.06.2026

EH Ludwigsburg verleiht Dr. Kornelius Knapp Honorarprofessur

„Wissenschaftliche Reflexion und diakonische Praxis verbunden“  

 Die Evangelische Hochschule Ludwigsburg hat Dr. Kornelius Knapp, Vorstand Sozialpolitik des Diakonischen Werks Württemberg, eine Honorarprofessur verliehen.

Oberkirchenrätin Carmen Rivuzumwami leitet Dezernat 2 "Bildung, Schule, Diakonat“, das sich mit allen Fragen kirchlicher Bildung beschäftigt. Es umfasst die Referate "Religionsunterricht, Schule und Bildung", "Werke und Dienste" sowie "Diakonat".
Oberkirchenrätin Carmen Rivuzumwami leitet Dezernat 2 "Bildung, Schule, Diakonat“, das sich mit allen Fragen kirchlicher Bildung beschäftigt. Es umfasst die Referate "Religionsunterricht, Schule und Bildung", "Werke und Dienste" sowie "Diakonat".

Oberkirchenrätin Carmen Rivuzumwami, Leiterin des Dezernats Kirche, Bildung, Diakonat im Evangelischen Oberkirchenrat, sagt dazu: „Mit der Honorarprofessur für Prof. Dr. Kornelius Knapp würdigt die Hochschule eine Persönlichkeit, die wissenschaftliche Reflexion und diakonische Praxis in besonderer Weise verbindet. Seine Impulse in der Lehre werden dazu beitragen, neue, vernetzte Ansätze in Zeiten gesellschaftlicher Transformation zu finden.“ 

Unter dem Titel „Sicherung der Daseinsvorsorge in Zeiten der Transformation“ hat Prof. Kornelius Knapp in seiner Antrittsvorlesung an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg am Mittwoch darüber gesprochen, dass Strukturen angepasst werden müssen, damit Menschen hierzulande weiterhin gut versorgt werden. Bei der Daseinsvorsorge gehe es nicht nur um einen Zugang zu Strom, Wasser und Internet, sondern auch um Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen, und das in Zeiten demografischer, finanzieller und gesellschaftlicher Herausforderungen. „Die Versorgung dauert von der Geburtshilfe bis zur Hospizarbeit und allen Lebensphasen dazwischen“, so Prof. Kornelius Knapp. „Wir werden weniger und vulnerabler, haben ökonomische Herausforderungen durch den Klimawandel, die geopolitische Neuordnung und Digitalisierung. Und Rechtspopulismus als Reaktion auf Verlusterfahrungen.“ 

V.l.n.r. Prof. Dr. Andrea Dietzsch, Prof. Dr. Kornelius Knapp, Prof. Dr. Rolf Ahlrichs
V.l.n.r. Prof. Dr. Andrea Dietzsch, Prof. Dr. Kornelius Knapp, Prof. Dr. Rolf Ahlrichs

Dafür brauche es neue Strukturen, die ermöglichen, dass mehr Menschen mit komplexen Bedarfen versorgt werden können. Knapp veranschaulichte seine Ansätze anhand von Beispielen zur regionalen Steuerung, zum interdisziplinären Personalmix und zur sozialen Innovation. Ein kleines Beispiel: Es gebe sehr viele teure Personentransporte für Menschen mit Einschränkungen. Eine App, die das DWW und der Freundeskreis Mensch mit der Agentur Equeo Health entwickelt, soll diese Menschen befähigen, selbständig den ÖPNV zu nutzen mit Hilfe einer Live-Navigation, mit Notfallkontakt und KI-Coaching. 

Prof. Dr. Kornelius Knapp ist seit vier Jahren Vorstand Sozialpolitik des Diakonischen Werks Württemberg und zuständig für vier Bereiche mit 160 Mitarbeitenden: Gesundheit, Alter und Pflege, Kinder, Jugend und Familie, Behindertenhilfe und Psychiatrie sowie Freiwilliges Engagement. Er verantwortet die Sozialpolitische Vertretung des Diakonischen Werks gegenüber der Landes- und Bundespolitik und die Vertretung in Landesgremien, wie der Liga der Freien Wohlfahrtspflege und dem Landesfamilienrat.  

Prof. Rolf Ahlrichs ging in seiner Laudatio auf seinen wissenschaftlichen Werdegang ein, das Studium der Pädagogik und Erziehungswissenschaft in Würzburg und das Magisterstudium der Philosophie. Seit 15 Jahren lehrt Prof. Knapp an der EH Ludwigsburg. Er ist stellvertretendes Mitglied im Kuratorium und im Projekt E(H)Laboriert, mit dem professorales Personal gewonnen werden soll. „Ein Projekt, dass Ihren Stärken sehr entgegenkommt: der Fähigkeit und Lust daran, Netzwerke und Kooperationen zu entwickeln“, so Ahlrichs. Ein Anliegen sei es nun, die Verbindung von Diakonie und Hochschule, aus Praxis und Wissenschaft zu stärken. 

Die Evangelischen Hochschule hat sieben Honorarprofessorinnen und -professoren: Dr. Barbara Traub, Dr. Günther Schmolz, Dr. Kornelius Knapp, Dr. Martin Wendte, Dr. Gottfried Roller, Dr. Herta Däubler-Gmelin und Dr. Cornelia Füllkrug-Weitzel.

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