17.06.2026

#VerständigungsOrt: "Hallo Nachbarn" in Reutlingen

"Hallo Nachbarn ist es ein Anliegen, alle Menschen in ihrer Verschiedenheit zusammenzubringen und zu motivieren, sich aktiv füreinander einzubringen."

Mit dem Quartiersprojekt "Hallo Nachbarn" gibt es im Stadtteil Hinterer Ringelsbach in Reutlingen einen Ort zum Reden und Zuhören. Im Interview erzählt der Koordinator Dr. med. Gernot Bohnenberger, bei welchen Gelegenheiten sich die Menschen im Quartier begegnen, miteinander austauschen und vernetzen, aber auch ihre Kompetenzen erweitern können. Das Netzwerk ist Teil der Initiative #VerständigungsOrte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Diakonie Deutschland und der „midi – Zukunftswerkstatt von Kirche und Diakonie“.

Dr. med. Gernot Bohnenberger
Dr. med. Gernot Bohnenberger

Warum ist Ihr Projekt "Hallo Nachbarn" ein #VerständigungsOrt?

Dr. med. Gernot Bohnenberger: Hallo Nachbarn bietet als das größte Teilprojekt der Plattform lebenswert mitten im Quartier Angebote und einen Raum, sich zu treffen, auszutauschen, zu unterstützen, gemeinsam Dinge voranzubringen, voneinander zu lernen und über alle kulturellen Unterschiede hinweg Gemeinsamkeiten zu entdecken. Hallo Nachbarn bringt die Menschen vor Ort zusammen, damit sie gemeinsam ihr Quartier als Lebensraum neu erfahren und damit zum lebenswerten Raum machen. Wer miteinander agiert, kommt ins Gespräch und baut Ängste ab. Wo Vertrauen aufgebaut ist, findet in der Regel auch Unterstützung statt und können Themen kontrovers diskutiert werden.

Wieso ist es Ihnen von der Ev. Kirchengemeinde Reutlingen Süd wichtig, einen #VerständigungsOrt anzubieten?

Bohnenberger: Kirche ist Teil eines Quartiers und wirkt in den öffentlichen Raum. Die Zukunft unserer Gesellschaft liegt im gestaltenden Miteinander. Genau da kann sich Kirche als ein wichtiger Player einbringen. Die öffentlichen Sozialsysteme können nicht alleine für unser Wohlergehen sorgen, sondern Institutionen und Bürger:innen selbst sind in Gemeinschaft aufgefordert, Netzwerke zu knüpfen, die auch in Krisensituationen tragen. Kirche kann sich positionieren und mithelfen, der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft mutig entgegenzutreten, indem Orte des Gesprächs und eine Plattform angeboten werden, auf der jede:r sich mit seinen und ihren Gaben und Ideen einbringen kann.

#VerständigungsOrte

Kirche und Diakonie setzen sich angesichts von Krisen, Polarisierung und Populismus für mehr Verständigung ein. Die Initiative #VerständigungsOrte – Wir. Reden. Hier. der EKD, der Diakonie Deutschland und der "midi – Zukunftswerkstatt von Kirche und Diakonie" ermutigt alle Gemeinden und Einrichtungen von Kirche und Diakonie dazu, Räume für Gespräche zu öffnen und Menschen mit unterschiedlichen Ansichten zum Austausch einzuladen.

Schulfrühstück
Schulfrühstück

Kommt es auch tatsächlich zu Kontroversen, die man für alle Beteiligten konstruktiv bearbeiten kann? Kommt es zu „Verständigung“? Was verstehen Sie bei Ihrem Format konkret unter „Verständigung?“

Bohnenberger: Hallo Nachbarn ist es ein Anliegen, alle Menschen in ihrer Verschiedenheit zusammenzubringen und zu motivieren, sich aktiv füreinander einzubringen. Die Quartiersbewohner:innen entscheiden selbst - mit Festen, Aktionen, Angeboten, Projekten und Tätigkeiten, welche die Einzelnen anstoßen und verantwortlich mit anderen durchführen. Interkulturelle Unterschiede und Meinungen der unterschiedlichen Milieus werden moderiert, sichtbar gemacht, im besten Fall ausgeglichen und zusammengeführt. Gespräche können so entstehen, die sonst nicht stattfinden. Menschen lernen sich kennen und respektieren, trotz und gerade wegen ihrer verschiedenen Geschichten und Ansichten. In den Angeboten und Projekten von Hallo Nachbarn können Menschen neben dem konkreten Tun Gemeinschaft und Verständigung gleichzeitig erfahren und zudem ihre Kompetenzen erweitern, z.B. beim gemeinsamen Gardening im Quartier, der StraßenUni mit ihren Bildungsangeboten, der gelebten Health literacy bei Gesundheit im Bauwagen oder beim regen Austausch beim Café im Quartier und vielem mehr.

Unternehmernetzwerk
Unternehmernetzwerk

Haben Sie ganz praktische Tipps, wie man - auch aus einer christlichen Haltung heraus - angesichts von Krisen, Polarisierung und Populismus wieder ins Gespräch kommen kann?

Bohnenberger: Dort wo Menschen ihre eigenen Themen umsetzen, für die sie brennen, die im Alltag wichtig sind, dort begegnen sie sich mit maximalem Engagement. Im gestaltenden Miteinander lernen sie sich kennen, respektieren und wertschätzen. Bei Hallo Nachbarn hören wir den Menschen zu, nehmen deren Sorgen, Ängste und Angebote wahr. Unsere Projekte sind die konkrete Antwort auf diese Äußerungen und Anregungen aus dem Quartier. Durch das konkrete Tun, das konkrete Erleben, stehen die eigenen Erfahrungen der Quartiersbewohner:innen dem Populismus entgegen und stärken so das Verständnis für die Lebenssituation anderer und die Bereitschaft zu unterstützen. Im christlichen Selbstverständnis ist die Nächstenliebe sowieso verankert und diakonisches Wirken kann somit gelebte Quartiersarbeit sein.

Was würden Sie anderen empfehlen, die auch einen #VerständigungsOrt anbieten möchten?

Bohnenberger: Hören Sie auf das, was die Menschen bewegt, geben Sie ihnen Raum, dies zu teilen und mit anderen gestaltend tätig zu werden. Vernetzen sie sich im Quartier und schaffen Sie für alle Beteiligte – für Sorgende und Umsorgte - lebenswerte Momente!

Die Landeskirche in den sozialen Netzwerken

Instagram @elkwue - Newskanal der Landeskirche

Externer redaktioneller Inhalt

Hier wird Ihnen ein externer redaktioneller Inhalt bereitgestellt. Sofern Sie sich diesen anzeigen lassen, kann es sein, dass Daten von Ihnen an den Anbieter des externen Inhaltes gesendet werden.

Hinweis für Kirchengemeinden

Kirchengemeinden sind herzlich eingeladen, Texte wie diesen von www.elk-wue.de in ihren eigenen Publikationen zu verwenden, zum Beispiel in Gemeindebriefen. Sollten Sie dabei auch die zugehörigen Bilder nutzen wollen, bitten wir Sie, per Mail an kontaktdontospamme@gowaway.elk-wue.de nachzufragen, ob die Nutzungsrechte für den jeweiligen Zweck vorliegen. Gerne können Sie alle Bilder nutzen, die Sie im Pressebereich unserer Webseite finden. Sie möchten in Ihrem Schaukasten auf unsere Webseite verlinken? Hier erfahren Sie, wie Sie dafür einen QR-Code erstellen können. 

Schon gewusst?

Was es mit der Kirchensteuer auf sich hat, wie sie bemessen wird und welche positiven Effekte die Kirchen mit der Kirchensteuer an vielen Stellen des gesellschaftlichen Lebens erzielen, erfahren Sie auf www.kirchensteuer-wirkt.de.

Grafik Kirchensteuer wirkt Bildung

Weitere Meldungen, die Sie interessieren könnten

Video: Landesbischof Gohl beim Friedensgebet in Eltingen

In Leonberg-Eltingen findet seit über 30 Jahren jede Woche ein Friedensgebet statt. Hier erzählen Ehrenamtliche, warum ihnen das wichtig ist und wie es dazu kam. Landesbischof Gohl hat das Friedensgebet besucht und erklärt, was ihm das Beten für den Frieden bedeutet.

Weiterlesen

12. Forum Digitalisierung in der Landeskirche

Am 11. November 2024 fand das 12. Forum Digitalisierung in der Landeskirche mit dem Thema "Social Media mit Botschaft" im Haus der Begegnung in Ulm statt. Auf die Teilnehmenden wartete ein buntes Programm mit der Aufzeichnung eines Podcasts, Projektvorstellungen und Workshops.

Weiterlesen

Advent-Online: „Fürchte dich nicht“

Zum 20. Mal bieten die vier evangelischen und katholischen Kirchen in Baden-Württemberg spirituelle Adventsimpulse an - kostenfrei in Wort, Bild und Podcast. Die Impulse werden vom 1. Dezember 2024 bis zum 5. Januar 2025 versendet und können ab sofort abonniert werden.

Weiterlesen

Erzähl mir vom Frieden - Ökumenische Friedensdekade 2024

Erzähl mir vom Frieden

Anlässlich der 44. Ökumenischen Friedensdekade veröffentlichen wir hier zehn Tage lang alltägliche Geschichten vom Frieden, die Friedenspfarrer Stefan Schwarzer und Frauke Liebnehm, Dozentin für Friedens- und Demokratiebildung, gesammelt haben

Weiterlesen

500 Jahre Reformation in Montbéliard (Mömpelgard)

Vor 500 Jahren setzte Herzog Ulrich von Württemberg im linksrheinischen Teil des damaligen Herzogtums Württemberg, in Mömpelgard, dem heutigen Montbéliard, mit Guillaume Farel erstmals einen reformatorischen Prediger in sein Amt ein. Damit war Mömpelgard dem heutigen Gebiet der württembergischen Landeskirche um zehn Jahre voraus.

Weiterlesen

Zum Gedenken an die Reichspogromnacht

Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl und Pfarrer Jochen Maurer weisen zum Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November darauf hin, dass der 9. November auch hochaktuelle Fragen berührt.

Weiterlesen

Farbschwäche:

Benutzen Sie die Schieberegler oder die Checkboxen um Farbeinstellungen zu regulieren

Einstellungen für Farbschwäche

Schrift:

Hier können die Schriftgröße und der Zeilenabstand eingestellt werden

Einstellungen für Schrift

Schriftgröße
D
1
U

Zeilenabstand
Q
1
W
Tastenkombinationen:

Mit den aufgeführten Tastenkombinationen können Seitenbereiche direkt angesprungen werden. Verwenden Sie auch die Tabulator-Taste oder die Pfeiltasten um in der Seite zu navigieren.

Inhalt Tastenkombinationen

Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Barrierefreiheit: A
Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Schriftgröße +: U
Schriftgröße -: D
Zeilenabstand +: W
Zeilenabstand -: Q
Nachtmodus : Alt (Mac Option Key) + J
Ohne Bilder: Alt (Mac Option Key) + K
Fokus: Alt (Mac Option Key) + G
Tasten­kombinationen: Alt (Mac Option Key) + O
Tastensteuerung aktivieren: Alt (Mac Option Key) + V
Alles zurücksetzen: Alt (Mac Option Key) + Y