11.06.2026

Erster Interreligiöser Spaziergang

Um ein Zeichen gegen Kriege, Krisen und gesellschaftliche Polarisierung zu setzen, fand am 10. Mai der 1. Interreligiöse Spaziergang statt. Auf Initiative des Landesarbeitskreises Kirche und Sport wanderte eine multireligiöse Gruppe gemeinsam auf der Laichinger Alb.

Der Sportbeauftragte der Landeskirche Philipp Geißler
Philipp Geißler, Sportbeauftragter der Landeskirche

Ausgangs- und Zielpunkt der fünfeinhalbstündigen Wanderung war Feldstetten, der Wohnort von Organisator Philipp Geißler, Sportbeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Neben dem interreligiösen Vorbereitungsteam waren auch lokale Akteure eingebunden: der Albverein Feldstetten, der Heimatverein der Gemeinde Feldstetten, der Dorfladen und der Hundeverein.

Menschen durch Bewegung in Begegnung bringen

Jedes der Teilstücke wurde mit einem Wort zum Thema „Gastfreundschaft“ in jüdischer, buddhistischer, muslimischer und christlicher Tradition eingeleitet. Im Verlauf der Wanderung sollte sich herausstellen, dass Gastfreundschaft in allen vier Religionen einen sehr hohen Stellenwert genießt. 

Die Impulse wurden vorgetragen von 

  • David Holinstat, Israelische Glaubensgemeinschaft Württemberg (IRGW)
  • Tuncay Dinckal, muslimischer Sprecher des Hauses Abraham in Stuttgart
  • Christian Duncker, buddhistische Laienbewegung SGI in Aulendorf
  • Achim Wicker, Diözese Rottenburg-Stuttgart
Interreligiöser Spaziergang Feldstetten

Den Sinn, der in dieser besonderen Wanderung steckt, umschreibt Philipp Geißler so: „Eine der wichtigsten Aufgaben von Kirche und Sport ist, Menschen durch Bewegung in Begegnung zu bringen. In Begegnung mit sich selbst, mit anderen Menschen und/oder mit Gott. Beim Interreligiösen Spaziergang liegt der Fokus klar auf der Begegnung mit anderen Menschen. In einer Zeit in der Polarisierung und Spaltung Menschen verunsichern und gleichzeitig Klicks und Likes oder sogar Stimmen an der Wahlurne bringen, wird es immer wichtiger, sich persönlich zu begegnen, voneinander zu hören, miteinander zu reden und Gemeinschaft zu erleben. Wo geht das leichter als bei einem Spaziergang? Durch die gemeinsame Bewegung entsteht ein Wir-Gefühl. Man geht einen Weg miteinander – Mensch unter Menschen – und dabei unterhält man sich. Die Impulse aus den unterschiedlichen Religionen regen dazu an, einander Fragen zu stellen und über den Glauben ins Gespräch zu kommen – Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten zu entdecken. Nach ein paar Kilometern traue ich mich dann vielleicht, etwas zu fragen, was ich schon immer mal wissen wollte… Auf diese Weise wachsen Kenntnis, Verständnis und Respekt.“

Ein Spaziergang als niederschwelliges Angebot 

Nach der Wanderung bilanzierte Philipp Geißler hochzufrieden: „Es war so eine spannende Durchmischung, Gespräche in vielen unterschiedlichen Konstellationen – etwas Schöneres kann man sich gar nicht vorstellen.“ Er ist überzeugt: „Wenn man Menschen in Bewegung bringt, dann tut sich auch untereinander etwas. Ein Spaziergang als niederschwelliges Angebot“. Geißler ist dankbar, dass dieses so gut angenommen worden war und nimmt für sich mit: „Ich will immer an diesen Tag denken, wenn ich traurig werde, weil so viel Unfriede in der Welt ist. Es geht auch anders!“

Das Angebot solle möglichst offen sein, sagt Geißler: „Wer Spazierengehen kann, und Interesse hat, Menschen mit einem anderen kulturellen und/oder religiösen Hintergrund zu begegnen ist herzlich zum nächsten Spaziergang eingeladen."

Um dem Treffen noch mehr Breitenwirkung und Bekanntheit zu verschaffen, ist geplant, den Interreligiösen Spaziergang in das 3. Sportfest 2027 in Ludwigsburg zu integrieren.

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