10.06.2026

„Seelsorge bedeutet, Menschen beizustehen“

Pfarrerin Carola Kittel im Interview

„Muttersprache der Kirche” - so wird die Seelsorge oft genannt. Aber was bedeutet Seelsorge eigentlich den Menschen, für die sie zum Kern ihrer Berufung und ihrer beruflichen Arbeit gehört? Wie erleben Pfarrerinnen und Pfarrer Seelsorge im Alltag? Was fordert sie besonders heraus? Wo ziehen sie Grenzen? Wie bereichert die Seelsorge ihr Leben? Darüber sprechen hier in loser Folge württembergische Pfarrerinnen und Pfarrer.

Pfarrerin Carola Kittel
Pfarrerin Carola Kittel

Was bedeutet für Sie persönlich „Seelsorge“?

Carola Kittel: Seelsorge bedeutet für mich, Menschen - so gut es geht - in dem beizustehen, was sie umtreibt, sorgt, ängstigt oder lähmt. In erster Linie geht es dabei darum, zuzuhören und wahrzunehmen, was ein Mensch in einer bestimmten (Not-) Situation braucht; nicht darum, gute Ratschläge zu geben. Ich habe es erlebt, dass jemandem nur dadurch, dass ihm zugehört wird, schon ganz viel Last von der Seele genommen wird.

Andererseits kann es auch passieren, dass ich selbst an Grenzen stoße und merke: hier braucht jemand professionelle Hilfe. Dann helfe ich auf dem Weg weiter.

Mit welchen Themen kommen Menschen zu Ihnen?

Carola Kittel: Meistens wenden sich Menschen an mich, die Beziehungsprobleme haben, sei es in einer Partnerschaft oder mit den eigenen Kindern. Oder Menschen, die jemanden verloren haben und jemanden brauchen, der ihre Trauer mitträgt und aushält. An zweiter Stelle stehen Gespräche mit Personen, die unter Stress und Überlastung leiden.

Eine dritte Gruppe sind Menschen, die eine schwere Krankheitsdiagnose bekommen haben und darüber sprechen möchten. Da erlebe ich: je stabiler das eigene Beziehungsnetz dieser Menschen ist, umso seltener brauchen sie ein Seelsorgegespräch bei der Pfarrerin. Ab und zu werde ich zu Sterbenden gerufen.

Gab es einen Moment in Ihrer seelsorgerlichen Arbeit, der Sie besonders berührt hat?

Carola Kittel: Die Gespräche mit Sterbenden berühren mich sehr, da sie sehr offen sind und zugewandt und überaus dankbar.

Wie gehen Sie selbst damit um, wenn Gespräche sehr belastend sind? Was gibt Ihnen Kraft in Ihrer Arbeit?

Carola Kittel: Meine Familie und meine Hobbies und mein Glaube.

Während des Lockdowns in der Corona-Pandemie war das direkte Gespräch ja nur eingeschränkt oder unter erschwerten Bedingungen möglich. Wie sah Seelsorge in diesen Zeiten aus?

Carola Kittel: Es beschränkte sich tatsächlich weitgehend auf Trauergespräche, die dafür aber - und wegen der Einschränkungen bei den Bestattungen selbst – umso intensiver waren.

Unsere Welt wird immer digitaler. Verändert das auch die Formen von Seelsorge?

Carola Kittel: Eigentlich nicht. Menschen, die ein Gespräch suchen, die fordern das auch ein – analog.

Wenn Sie Seelsorge in einem Satz zusammenfassen müssten – wie würde der lauten?

Carola Kittel: Seelsorge bedeutet, Menschen beizustehen.

Carola Kittel ist Pfarrein der Reuschgemeinde in Göppingen

Die Landeskirche in den sozialen Netzwerken

Instagram @elkwue - Newskanal der Landeskirche

Externer redaktioneller Inhalt

Hier wird Ihnen ein externer redaktioneller Inhalt bereitgestellt. Sofern Sie sich diesen anzeigen lassen, kann es sein, dass Daten von Ihnen an den Anbieter des externen Inhaltes gesendet werden.

Hinweis für Kirchengemeinden

Kirchengemeinden sind herzlich eingeladen, Texte wie diesen von www.elk-wue.de in ihren eigenen Publikationen zu verwenden, zum Beispiel in Gemeindebriefen. Sollten Sie dabei auch die zugehörigen Bilder nutzen wollen, bitten wir Sie, per Mail an kontaktdontospamme@gowaway.elk-wue.de nachzufragen, ob die Nutzungsrechte für den jeweiligen Zweck vorliegen. Gerne können Sie alle Bilder nutzen, die Sie im Pressebereich unserer Webseite finden. Sie möchten in Ihrem Schaukasten auf unsere Webseite verlinken? Hier erfahren Sie, wie Sie dafür einen QR-Code erstellen können. 

Schon gewusst?

Was es mit der Kirchensteuer auf sich hat, wie sie bemessen wird und welche positiven Effekte die Kirchen mit der Kirchensteuer an vielen Stellen des gesellschaftlichen Lebens erzielen, erfahren Sie auf www.kirchensteuer-wirkt.de.

Grafik Kirchensteuer wirkt Begleitung und Gottesdienst

Weitere Meldungen, die Sie interessieren könnten

Vertreter von insgesamt sieben Kirchengemeinden nahmen im Rahmen eines Gottesdienstes zum 40-jährigen Bestehen des Weltladens in Schwäbisch Gmünd die Auszeichnung als „Faire Gemeinde“ entgegen.
Vertreter von insgesamt sieben Kirchengemeinden nahmen im Rahmen eines Gottesdienstes zum 40-jährigen Bestehen des Weltladens in Schwäbisch Gmünd die Auszeichnung als „Faire Gemeinde“ entgegen.

Das zeichnet faire Gemeinden aus

In Schwäbisch Gmünd haben Vertreter von sieben Kirchengemeinden eine Auszeichnung als „Faire Gemeinde“ entgegengenommen. Neben sechs katholischen Gemeinden zählt auch die evangelische Gemeinde Schwäbisch Gmünd zu den Ausgezeichneten.

Weiterlesen

Von weitem sieht die Katharinenkirche Eglosheim zwar strahlend und gut erhalten aus, aber der Eindruck trügt.

Wein und Dirndl für die Kirchensanierung

„Geht nicht“? Das gibt's nicht für die Mitglieder eines 30-köpfigen Teams der evangelischen Kirchengemeinde Eglosheim: Mit einer Fülle von Ideen und einem bemerkenswerten Engagement arbeiten sie daran, die für die Sanierung der Katharinenkirche nötigen 1,5 Millionen Euro zusammenzubekommen.

Weiterlesen

Auch im Bereich der Holzbe- und -verarbeitung bietet Agerto Ausbildungen an.

Togo: Besser lernen mit Hilfe aus Esslingen

Die evangelische Kirchengemeinde St. Bernhardt zum Hohenkreuz in Esslingen sammelt wieder für ein Ausbildungszentrum in Kpalimé im Westen Togos. Gebrauchte Nähmaschinen sind ebenso willkommen wie Werkzeuge zur Holz-, Stoff- und Metallbearbeitung oder Geräte für den Informatikraum.

Weiterlesen

Der Herrenberger Altar in der Ausstellung der Staatsgalerie Stuttgart.

Expressives vor einem halben Jahrtausend

Dem vor 500 Jahren entstandenen Herrenberger Altar und seinem Schöpfer Jerg Ratgeb widmen die evangelische Kirche, die Stadt Herrenberg und die Staatsgalerie Stuttgart eine Veranstaltungsreihe. Der Eröffnungsgottesdienst findet am 27. September statt.

Weiterlesen

Die Kantorei Echterdingen und ihr Leiter, Bezirkskantor Sven-Oliver Rechner (am Flügel), während Proben bei einer Chorfreizeit.

Kantorei Echterdingen: Wer singt mit?

Die Kantorei Echterdingen sucht für ein großes Konzert am 24. November Verstärkung. Auf dem Programm stehen zwei Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy: seine Psalm-Vertonung „Wie der Hirsch schreit“ und die Sinfonie Nr. 2 B-Dur „Lobgesang“.

Weiterlesen

Der frühere Monakamer Pfarrer Karl Sutor erklärt die Bedeutung der Fenster für die Kirche in dem Bad Liebenzeller Teilort.

Große Kunst in kleiner Schwarzwaldkirche

Was haben die Stiftskirche in Stuttgart, das Ulmer Münster und die Dorfkirche im Bad Liebenzeller Teilort Monakam gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel - doch in allen drei Gotteshäusern befinden sich Fenster des international bedeutenden Glaskünstlers Johannes Schreiter. In Monakam kurbeln die neuen Fenster sogar den Tourismus an.

Weiterlesen

Farbschwäche:

Benutzen Sie die Schieberegler oder die Checkboxen um Farbeinstellungen zu regulieren

Einstellungen für Farbschwäche

Schrift:

Hier können die Schriftgröße und der Zeilenabstand eingestellt werden

Einstellungen für Schrift

Schriftgröße
D
1
U

Zeilenabstand
Q
1
W

Tastenkombinationen:

Mit den aufgeführten Tastenkombinationen können Seitenbereiche direkt angesprungen werden. Verwenden Sie auch die Tabulator-Taste oder die Pfeiltasten um in der Seite zu navigieren.

Inhalt Tastenkombinationen

Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Barrierefreiheit: A
Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Schriftgröße +: U
Schriftgröße -: D
Zeilenabstand +: W
Zeilenabstand -: Q
Nachtmodus : Alt (Mac Option Key) + J
Ohne Bilder: Alt (Mac Option Key) + K
Fokus: Alt (Mac Option Key) + G
Tasten­kombinationen: Alt (Mac Option Key) + O
Tastensteuerung aktivieren: Alt (Mac Option Key) + V
Alles zurücksetzen: Alt (Mac Option Key) + Y