„Diversitäts-Management als große Ressource und Chance“

Evangelischer Oberkirchenrat mit TOTAL E-QUALITY Prädikat für Chancengleichheit ausgezeichnet

Der Evangelische Oberkirchenrat in Stuttgart – die oberste Verwaltungsbehörde der württembergischen Landeskirche – ist vom TOTAL E-QUALITY Deutschland e. V. für seine Chancengleichheitsstrategie mit dem Prädikat des Vereins für 2026 ausgezeichnet worden.
 

v.l.n.r. Maresa Feldmann, Kristine Machate, Ursula Kress, Dr.in Ulla Weber
v.l.n.r. Maresa Feldmann, Kristine Machate, Ursula Kress, Dr.in Ulla Weber

Der Evangelische Oberkirchenrat in Stuttgart – die oberste Verwaltungsbehörde der württembergischen Landeskirche – ist vom TOTAL E-QUALITY Deutschland e. V. für seine Chancengleichheitsstrategie mit dem Prädikat des Vereins für 2026 ausgezeichnet worden. 

Ursula Kress, Beauftragte für Chancengleichheit im Evangelischen Oberkirchenrat, sagt dazu: „Zum 8. Mal erhält der Ev. Oberkirchenrat die Auszeichnung für sein Total Equality Management. Wir sind stolz auf diese Auszeichnung einer an Chancengleichheit orientierten Personal- und Organisationspolitik. Wir betrachten Diversitäts-Management als große Ressource und Chance, um Verwaltung innovativ, effektiv und zukunftsfähig auszurichten. Es bedeutet für uns als Arbeitgeber eine anerkennende Haltung gegenüber Diversität unserer Mitarbeitenden und eine gleichberechtigte Teilhabe aller, die Bekämpfung von Diskriminierung und Förderung der Demokratie.“

In der Begründung der Jury heißt es, der Oberkirchenrat habe eine Chancengleichheitsstrategie vorgelegt, die „die TOTAL E-QUALITY Standards in den verschiedenen Aktionsfeldern hervorragend erfüllt“.

Unter den 552 Beschäftigten des Oberkirchenrats seien 69 % Frauen (2023: 67 %, 2020: 63 %). Dieses Geschlechterverhältnis spiegele sich noch nicht auf Führungsebene wider. Auf Führungsebene fänden sich 48 % Frauen (2023: 47,5 %, 2020: 38 %).

Durch die Ansiedlung des „Büros für Chancengleichheit von Frauen und Männern“ (BfC) als Stabstelle beim Direktorat des Oberkirchenrats sei Geschlechtergerechtigkeit als Leitungsaufgabe fest verankert. Es gelte „ein Verhaltenskodex, der zentrale Prinzipien wie diskriminierungsfreie Kommunikation, Chancengleichheit, Diversität, Inklusion sowie den Schutz vor sexualisierter Gewalt bündelt“. Die Gleichstellungsbeauftragte verfüge über eine hohe Sichtbarkeit innerhalb der Organisation und berichte regelmäßig bei den Tagungen der Evangelischen Landessynode über Maßnahmen und Entwicklungen.

Ursula Kress, Beauftragte für Chancengleichheit im Evangelischen Oberkirchenrat
Ursula Kress, Beauftragte für Chancengleichheit im Evangelischen Oberkirchenrat

Extern positioniere sich die Landeskirche durch Beteiligung an und Organisation von Veranstaltungen zu Chancengleichheit und Vielfalt wie einer Tagung zu Queerness in Bad Boll 2026 und Aktionen zum Deutschen Diversity-Tag sowie zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Zudem beteilige sie sich an Gleichstellungsprogrammen der Stadt Stuttgart und verschiedener Organisationen und betone die Notwendigkeit, bestehende Rollenbilder und Stereotype abzubauen und Vielfalt zu fördern. 

Die Personalauswahlprozesse für Leitungsstellen würden durch die Gleichstellungsbeauftragte begleitet und im Hinblick auf Chancengleichheit reflektiert. Angeboten würden jährliche Weiterbildungsprogramme: „Debora – Einstieg in Führung“ und „Debora – Führung in Spitzenpositionen“.

Besonders gut aufgestellt sei die Landeskirche bei der Prävention diskriminierenden Verhaltens. Für neue Mitarbeitende gebe es verpflichtende webbasierte Trainings zu den Themen des AGG sowie zu sexualisierter Gewalt, letzteres gilt auch für Ehrenamtliche in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Bei Fachtagen zu toxischen Strukturen seien Machtverhältnisse, Hierarchien und Kommunikationsstrukturen analysiert worden. Daraus seien Arbeitsgruppen hervorgegangen, unter anderem zum Thema geistlicher Missbrauch. 

Eine Besonderheit liege in der Abdeckung unterschiedlicher Diversitätsdimensionen und gesellschaftlich relevanter Themen. Dazu zählten unter anderem die Beteiligung am EKD-Projekt zu Rassismus, Rechtspopulismus und Rechtsextremismus, Veranstaltungen zur Geschlechtergerechtigkeit sowie verpflichtende Schulungen zu sexualisierter Gewalt.

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