19.02.2025

Reaktionen zu Kirche und Politik: Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl antwortet auf Fragen, Lob und Kritik

„Die frohe Botschaft wirkt in unsere Welt hinein“

Immer wieder gibt es Fragen, Lob und Kritik, dass Kirchen sich zu politischen Themen und Fragen äußern, beispielsweise in der Debatte um die Abstimmung beim Zustrombegrenzungsgesetz, bei politischen Wahlen und der Einsatz von Kirchengemeinden und kirchlichen Vertreterinnen und Vertretern für Demokratie, Nächstenliebe und Menschenwürde und gegen Rechtsextremismus. Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl nimmt Stellung: Jesus sei nicht parteipolitisch gewesen, aber die frohe Botschaft wirke in unsere Welt hinein. Schweigen sei ebenfalls eine Aussage. Christinnen und Christen sollten sich mit der Überzeugung einbringen, dass jeder Mensch Gottes Ebenbild sei, ohne parteipolitische Einseitigkeit.

Reaktionen zu Kirche und Politik: Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl antwortet auf Fragen und Kritik

Eine häufig geäußerte Rückmeldung war, dass Kirche sich nicht in Tagespolitik einmischen solle, da Jesus auch nicht politisch gewesen sei. Darauf anwortet Landesbischof Gohl: „Ich glaube auch, dass Jesus nicht parteipolitisch war. Aber die frohe Botschaft, die wirkt ja in unsere Welt hinein. Und deshalb ist er politisch. Wenn ich mich nicht äußere, dann ist es ja genau so eine Aussage. Und deshalb ist wichtig, dass wir uns als Christinnen und Christen mit der Überzeugung, dass jeder Mensch Gottes Ebenbild ist, in die Gesellschaft einbringen. Aber nicht einseitig parteipolitisch.“


­“Dass wir in tagespolitischen Fragen Orientierung geben, das halte ich für wichtig.”­
- Landebischof Ernst-Wilhelm Gohl


Gohl führt weiter aus, dass das Einbringen durchaus kritisch reflektiert werden müsse: „Wenn es so erscheint, dass wir uns in die Tagespolitik einmischen, dann müssen wir selbstkritisch fragen Machen wir das? Und vor allem: Mischen wir uns einseitig ein? Das dürfen wir nicht. Aber dass wir in tagespolitischen Fragen Orientierung geben, das halte ich für wichtig. Und dann ist es in der Freiheit von jedem, sich daran zu orientieren.“

In Bezug auf die Aussage, dass die AfD für Christinnen und Christen nicht wählbar sei, sagte Gohl, die Aussage sei eine theologische und keine parteipolitische: „Hier werden Menschen abgewertet. Und wir als Christinnen und Christen sind der Überzeugung, dass jeder Mensch, egal wo er herkommt, egal welche Hautfarbe er hat, egal ob er Hochschule oder Hauptschule hat, dass das in Gott überhaupt keinen Unterschied macht. Und deshalb ist es wichtig, dass wir hier Position beziehen.“ Zudem habe die Geschichte der NS-Zeit gezeigt, dass der Hass auf eine bestimme Menschengruppe nicht dort ende.


 "Wir als Christinnen und Christen sind der Überzeugung, dass jeder Mensch, egal wo er herkommt, egal welche Hautfarbe er hat, egal ob er Hochschule oder Hauptschule hat, dass das in Gott überhaupt keinen Unterschied macht."


Gohl äußerte sich weiterhin zum Vorwurf, er beleidige AfD-Wähler: „Jeder darf natürlich wählen, was er will. Aber mir ist wichtig, dass jeder Wähler und jede Wählerin weiß: Wenn ich die AfD wähle, dann wähle ich eine inzwischen über weite Teile rechtsextreme Partei. “ Da eine „in weiten Teilen rechtsextreme Parteien großen Zulauf“ habe, sei es geboten, sich aktuell stärker darauf zu stärker konzentrieren, so Gohl. Er hält aber auch fest, dass jede Form von politischem oder religiösem Extremismus immer schädlich sei.

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