10.10.2025

Sinnfluencer Micha Fingerle im Interview

Die andere Person spürt, dass sie nicht allein ist.

Micha Fingerle gibt auf seinem Instagram-Kanal Einblicke in den Alltag als Pfarrer und Seelsorger und beantwortet der Handpuppe Luise Fragen über seinem Glauben. Fingerle ist Mitglied des 2024 gegründeten Sinnfluencer-Netzwerks der Landeskirche. Wir haben ihn gefragt, warum er in den Sozialen Medien mit und für seinen Glauben aktiv ist, was ihn begeistert, aber auch, wo er Probleme und Risiken sieht.

Sinnfluencer Micha Fingerle

Warum sind Sie in den Sozialen Medien mit und für Ihren Glauben aktiv?

Also mir machen Sachen mit Bildern Spaß. 😊 Vom Konfirmationsgeld habe ich mir eine Videokamera gekauft. Ja, sie war analog, ich stehe zu meinem Alter! 😅 Als Pfarrer will ich beitragen, dass Kirche und Glaube sichtbar wird. Die Sozialen Medien gehören als ein Ort dafür fest dazu. Nur wenn wir als Kirche auch auf den Displays aufkreuzen, kommen wir für manche überhaupt ins Gesichtsfeld.

Was schätzen Sie an den Sozialen Medien? 

Es ist so einfach, so niederschwellig. Man kann sich ausdrücken, sich verstehen, sich verbinden. Einfach so. Manchmal ist das wie Pfingsten. Wunderbar! 

Wo sehen Sie Probleme und Risiken? 

An allen Ecken und Enden. 😉 Die Konzerne dahinter. Algorithmen, die emotionalisierende Inhalte pushen – oft Inhalte, die in die Irre führen. Man kann Suchtverhalten entwickeln usw.

Gab es ein Erlebnis, eine Initialzündung, die Sie auf die Idee gebracht hat: Jetzt leg ich da draußen so richtig los? 

Ich saß mit einigen Jugendlichen im Gemeindezentrum zusammen und weil alle das Handy in der Hand hatten, redeten wir so gut wie nicht miteinander. Dann sagte eine: „Komm, wir machen einen Handystapel“ und alle legten ihre Smartphones weg. Ich hab mit meinem aber noch den Stapel fotografiert - ich fand das toll, wie die Gruppe selbst die direkte Begegnung wollte. Dann wurde ich gefragt, ob ich daraus einen Post machen würde und ob ich auf Insta wäre. Daraufhin habe ich es einfach ausprobiert. Allerdings hatte mir zuvor schon die geschätzte Kollegin @sara3klang erzählt, wie sie als Pfarrerin ihre Arbeit auf social media sichtbar macht.

Wie lange machen Sie das schon? 

Seit Frühjahr 2023. 

Erinnern Sie sich an einen echten Highlight-Moment in Ihrer Arbeit als Influencer?

Als Influencer bzw. vielleicht eher als Seelsorger: Immer wieder, wenn Begegnung geschieht. Junge Erwachsene, die mich Jahre nach der Schul- oder Konfizeit „wiederfinden“ und Kontakt aufnehmen. Oder wenn ich merke, dass sich jemand gesehen fühlt, durch einen Post oder durch die anschließenden Nachrichten. Da reicht manchmal ein einziger Emoji oder wenige Sätze – und die andere Person spürt, dass sie nicht allein ist. 

Haben Sie einen thematischen Schwerpunkt oder ein Format, das Sie besonders mögen und häufig nutzen? 

Ich habe mich vor kurzem in „Leichtigkeitspfarrer“ umbenannt. Das ist mein Ding: Vieles belastet – sei es in der Welt, in der Kirche, persönlich. Das braucht seinen Raum – und auch die Entlastung durch Leichtigkeit. Deshalb halte ich Ausschau nach dem, was mich leicht macht. Wo ich es entdecke, spüre ich Aufwärtskräfte und freue mich wie Bolle, wenn ich es so teilen kann, dass auch andere Gottes Leichtkraft spüren.

Was sollte man mitbringen, wenn man als Sinnfluencer über Kirche und Glauben sprechen möchte? 

Sich selbst und das so wie man ist. Jede*r hat etwas zu geben, zu sagen, zu zeigen. Technik ist zweitrangig - die Kamera muss gar nicht so hoch auflösen, die Echtheit wirkt stärker!

Und um was sollte man sich keine Sorgen machen? 

Um das, was diejenigen denken, die nicht deine Zielgruppe sind. 😊

Was würden Sie einer Person raten, die das auch machen möchte? 

Kein Geheimtipp für die Reichweite, sondern für die Person selbst: Je digitaler du lebst, desto mehr braucht es den Bezug zum eigenen Körper – ob atmend-meditativ oder sportlich.

 

Über Micha Fingerle:
  • Name: Micha Fingerle
  • Beruf: Pfarrer
  • Institution: Ev. Kirchengemeinde Kirchentellinsfurt
  • Motivation: Ich will Gottvertrauen teilen, gerne auch Humor, was ja ziemlich nah beieinander liegt :) Ich will nur einen Klick / einen Wisch entfernt sein für die, die ein Gegenüber brauchen.

Das Sinnfluencer-Netzwerk in der württembergischen Landeskirche

Zwölf Social-Media-Projekte, darunter Instagram-Kanäle und ein Podcast, bilden das 2024 gegründete Sinnfluencer-Netzwerk der Landeskirche. Das Netzwerk besteht aus dreizehn Haupt- und Ehrenamtlichen der Landeskirche, die nun die Glaubenskommunikation im Digitalen Raum stärken, indem sie ihr Wirken in der Kirche und ihren Glauben teilen. 

Hinweis für Kirchengemeinden

Kirchengemeinden sind herzlich eingeladen, Texte wie diesen von www.elk-wue.de in ihren eigenen Publikationen zu verwenden, zum Beispiel in Gemeindebriefen. Sollten Sie dabei auch die zugehörigen Bilder nutzen wollen, bitten wir Sie, per Mail an kontaktdontospamme@gowaway.elk-wue.de nachzufragen, ob die Nutzungsrechte für den jeweiligen Zweck vorliegen. Gerne können Sie alle Bilder nutzen, die Sie im Pressebereich unserer Webseite finden. Sie möchten in Ihrem Schaukasten auf unsere Webseite verlinken? Hier erfahren Sie, wie Sie dafür einen QR-Code erstellen können. 

Schon gewusst?

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Grafik Kirchensteuer wirkt Begleitung und Gottesdienst

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