10.03.2025

Warum Kirchengemeinderat? Philipp Kuch im Interview

Kirchengemeinderätinnen und -räte aus Württemberg erzählen aus ihrer Arbeit

Sie zählen zu den wichtigsten Gremien in der Landeskirche: Die Kirchengemeinderäte (KGR) leiten die Gemeinden vor Ort gemeinsam mit Pfarrerinnen und Pfarrern. Was macht dieses Amt aus? Was macht Freude, was macht es schwer? Warum lohnt sich die Arbeit? Warum sollten sich Interessierte 2025 bei der nächsten Kirchenwahl um das Amt bewerben? Darüber erzählen auf elk-wue.de in loser Folge Kirchengemeinderätinnen und -räte aus der württembergischen Landeskirche. Hier: Philipp Kuch aus der Ev. Kirchengemeinde oberes Filstal.

Philipp Kuch
Philipp Kuch

Wie lange sind Sie schon Kirchengemeinderat?

Ich bin seit 2014 Kirchengemeinderat.

Was hat Sie motiviert, sich in den KGR wählen zu lassen? 

Mit Anfang Zwanzig wollte ich die Interessen meiner Generation vertreten. Außerdem wollte ich bei der Gestaltung unseres Gemeindelebens mehr mitreden, nachdem ich schon einige Jahre in der Jugendarbeit unserer Gemeinde aktiv war.

Was macht Ihnen Freude an der Arbeit im Gremium? 

Hauptsächlich die Zusammenarbeit mit den Menschen. Es ist immer wieder interessant, neue Kontakte kennen zu lernen mit ihren Hintergründen. Die dann oftmals immer wieder auch hilfreich sein können.

Als Vorsitzender ist gerade „networking“ sehr wichtig, vor allem auch die Kirchen-Blase dabei zu verlassen und sich in der bürgerlichen Gemeinde zu bewegen.

Das hilft auch dabei, als Kirche einfach anders wahrgenommen zu werden.

Erinnern Sie sich an einen echten, persönlichen Highlight-Moment in Ihrer Arbeit als KGR? 

Wenn man als junger Mensch Anerkennung von den „alten Hasen“ für seine Arbeit bekommt und für seine Meinung, für die man eintritt, ist dies natürlich großartig. Man hat das Gefühl, auf Augenhöhe zu sein und gehört zu werden, und es gibt einem Sicherheit in seinem Tun.

Schön ist es auch, wenn man neue Formate von Gottesdiensten, Andachten oder Veranstaltungen ausprobiert und diese rege von der Gemeinde angenommen werden.

Haben Sie einen oder mehrere persönliche Schwerpunktthemen in Ihrer Arbeit? 

Vor ein paar Jahren war es noch die Jugendarbeit, jetzt bin ich mehr in der Erwachsenenbildung unterwegs mit Schwerpunkt bei den Männern. Als Organist ist mir die Kirchenmusik natürlich eine Herzensangelegenheit.

Was macht es manchmal schwer? 

Der strukturelle Wandel der Gesellschaft und somit auch der Kirche. Pfarrpläne, Verwaltungsreform, Oikos und Fusionen machen dies nicht einfacher, auch wenn sie notwendig sind. Manchmal habe ich das Gefühl, wir lassen das, was uns als Kirche ausmacht, dabei oft auf der Strecke.

Ebenso wird immer mehr Arbeit auf die Ehrenamtlichen/Kirchengemeinderäte abgewälzt, weil unsere Pfarrer/innen immer mehr mit überbordender Bürokratie zu kämpfen haben und immer größerer Gemeindegebiete abdecken müssen.

Was sollte man mitbringen für die Arbeit im KGR? 

Freude am Umgang mit Menschen, den Willen, aktiv etwas gestalten und verändern, und vielleicht auch die Bereitschaft, manchmal über seine Grenzen zu gehen.

Aber auch Kompromisse einzugehen und vor allem gegenseitiges Zuhören.

Welche Sorgen sollte man sich nicht machen, wenn man über eine Kandidatur nachdenkt? 

Man sollte sich nie darüber Gedanken machen, dass man nicht dafür geeignet ist. Jeder kann sich im Gremium in seinem möglichen Rahmen an Zeit, Können und Erfahrung einbringen und das wird von allen akzeptiert. Jeder wird seinen Platz im Gremium finden.

Was bedeutet die KGR-Arbeit für Sie persönlich? 

Als KGR hat man mit vielen gesellschaftlichen Bereichen zu tun. Die Kirche trägt als solche einen wichtigen Teil zum gesellschaftlichen Leben in unserem Land bei, welcher oftmals nicht erkannt wird, beispielsweise mit der Diakoniearbeit. Somit gehe ich hier nicht nur einem Hobby nach, sondern leiste auch meinen Anteil an Land und Menschen.

Wie würden Sie bei einer unentschlossenen Person um die Bereitschaft zur Kandidatur werben? 

Jeder sollte mal mindestens eine Periode im Kirchengemeinderat tätig gewesen sein. Es erweitert den Horizont, zeigt einem erst wirklich, wie Kirche und Gemeinde funktioniern, und ändert so manche Sicht auf viele Dinge.

Aber am wichtigsten ist es, die Gemeinschaft zu erleben und mit den Menschen zusammenzuarbeiten.

Über Philipp Kuch:

  • Kirchengemeinde: Evangelische Kirchengemeinde oberes Filstal
  • Wievielte Amtszeit: 2. Amtszeit
  • Anderer ehrenamtliche Aufgaben: 1. Vorsitzender, Organist

Machen Sie mit!

Sind Sie auch Mitglied eines württembergischen Kirchengemeinderats? Hätten Sie auch Lust, auf elk-wue.de über Ihre Arbeit zu erzählen? Dann laden Sie sich bitte den Fragebogen hier oder unter diesem Text herunter und senden ihn ausgefüllt per E-Mail an presse@elk-wue.de. Bitte schicken Sie uns auch ein Foto von sich mit, das wir auf elk-wue.de sowie in unseren verschiedenen Social Media-Kanälen nutzen dürfen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte gerne an presse@elk-wue.de.

Info: Was ist und macht der Kirchengemeinderat?

  • Der gewählte Kirchengemeinderat (KGR) leitet gemeinsam mit den Pfarrpersonen die Kirchengemeinde.
  • In der Arbeit im KGR-Plenum und in Ausschüssen geht es zum Beispiel um das geistliche Leben der Gemeinde, um Gruppen und Kreise, Gottesdienste und Andachten, aber auch um Finanz- und Personalfragen, Bausachen und Veranstaltungen.
  • Das Amt der Kirchengemeinderätinnen und -räte ist ein Ehrenamt. Die Amtsperiode dauert sechs Jahre.
  • Es ist an keinerlei formale Voraussetzungen gebunden - außer der Mitgliedschaft in der Kirchengemeinde und dem Mindestalter von 18 Jahren. Jede und jeder kann sich zur Wahl aufstellen lassen.
  • Die nächste Wahl zum Kirchengemeinderat findet am 30. November 2025 statt. Bei Interesse sprechen Sie einfach eine Pfarrperson Ihrer Gemeinde oder den bzw. die Vorsitzende des KGR an.

Video zum Thema

Ehrenamt: Junge Menschen im Kirchengemeinderat #genz #verantwortung #shorts #kirchenwahl

Hinweis für Kirchengemeinden

Kirchengemeinden sind herzlich eingeladen, Texte wie diesen von www.elk-wue.de in ihren eigenen Publikationen zu verwenden, zum Beispiel in Gemeindebriefen. Sollten Sie dabei auch die zugehörigen Bilder nutzen wollen, bitten wir Sie, per Mail an kontaktdontospamme@gowaway.elk-wue.de nachzufragen, ob die Nutzungsrechte für den jeweiligen Zweck vorliegen. Gerne können Sie alle Bilder nutzen, die Sie im Pressebereich unserer Webseite finden. Sie möchten in Ihrem Schaukasten auf unsere Webseite verlinken? Hier erfahren Sie, wie Sie dafür einen QR-Code erstellen können. 

Weitere Meldungen, die Sie interessieren könnten

Klöster im Nordschwarzwald

Die vier Klöster dieser Klostertour sind in den Landkreisen Calw und Freudenstadt angesiedelt – sowohl Zisterzienser als auch Benediktinermönche haben dort vielfältige Spuren hinterlassen, die heute noch sichtbar sind. Sie sind eine kleine Reise Wert.

Weiterlesen

Corona-Impfungen in Kirchengemeinden

Noch vor wenigen Wochen waren Termine zur Impfung gegen das Coronavirus ein rares Gut und oft nur in Impfzentren verfügbar. Mittlerweile gibt es viele dezentrale Impfaktionen, auch in Räumen von Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen.

Weiterlesen

Klöster in Süd- und Ost-Württemberg

Im zweiten Teil unserer großen Sommerserie über klösterliche Orte in Württemberg sehen wir in den Klöstern Königsbronn, Herbrechtingen, Blaubeuren und Mariaberg, wie die Geschichte in der Gegenwart weiterlebt und uralte Gemäuer höchst zeitgemäß genutzt werden können.

Weiterlesen

Kloster Gnadental

Klöster in Franken und Hohenlohe

Ehemalige Klöster in Franken und Hohenlohe zeugen noch heute vom Wirken der Zisterzienser und Zisterzienserinnen. Im ersten Teil unserer Sommerserie über klösterliche Orte auf dem Gebiet der Landeskirche stellen wir die Klöster Frauental, Schöntal, Lichtenstern und Gnadental vor.

Weiterlesen

Notfallseelsorger helfen Flutopfern

50 Fachkräfte für Psychosoziale Notfallversorgung der Notfallseelsorge Baden-Württemberg und anderer Organisationen sind zu einem Einsatz in den Kreis Ahrweiler aufgebrochen. Sie leisten den Opfern der Katastrophe akute Hilfe und unterstützen den Übergang zu langfristigen Hilfsangeboten.

Weiterlesen

Digitaler Glaubensweg durch Schwäbisch Hall

Das Evangelische Gemeindeblatt und das Evangelische Medienhaus haben für 2021 wieder einen digitalen Glaubensweg erstellt. Auf www.glaubensweg-sha.de können Interessierte die Kirche St. Michael und den Ort Schwäbisch Hall erkunden. 2022 soll dann auch ein Treffen vor Ort möglich sein.

Weiterlesen

Schon gewusst?

Grafik Kirchensteuer wirkt Begleitung und Gottesdienst

Farbschwäche:

Benutzen Sie die Schieberegler oder die Checkboxen um Farbeinstellungen zu regulieren

Einstellungen für Farbschwäche

Schrift:

Hier können die Schriftgröße und der Zeilenabstand eingestellt werden

Einstellungen für Schrift

Schriftgröße
D
1
U

Zeilenabstand
Q
1
W

Tastenkombinationen:

Mit den aufgeführten Tastenkombinationen können Seitenbereiche direkt angesprungen werden. Verwenden Sie auch die Tabulator-Taste oder die Pfeiltasten um in der Seite zu navigieren.

Inhalt Tastenkombinationen

Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Barrierefreiheit: A
Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Schriftgröße +: U
Schriftgröße -: D
Zeilenabstand +: W
Zeilenabstand -: Q
Nachtmodus : Alt (Mac Option Key) + J
Ohne Bilder: Alt (Mac Option Key) + K
Fokus: Alt (Mac Option Key) + G
Tasten­kombinationen: Alt (Mac Option Key) + O
Tastensteuerung aktivieren: Alt (Mac Option Key) + V
Alles zurücksetzen: Alt (Mac Option Key) + Y