"Es gibt sie: Diejenigen, die spüren, dass es auf Dauer nur miteinander geht"

Pfarrerin Ines Fischer berichtet aus Israel

Ines Fischer, württembergische Pfarrerin der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache in Jerusalem, berichtete in ihrem Grußwort, wie sie die Situation in Israel, dem Gazastreifen und der Westbank erlebe. Sie erlebe „trotz eines größtenteils funktionierenden Raketenabwehrschirms die Angst vor einer ultimativen Auslöschung des Staates aufgrund der Angriffe aus dem Libanon, dem Iran und dem Jemen im letzten Jahr als sehr präsent. Die Erfahrung der Schutzlosigkeit am 7. Oktober hat transgenerationale Traumata getriggert. Die unwürdige Zurschaustellung der Geiseln bei ihrer Freilassung aus dem Gazastreifen und die Sorge um die weiterhin in Gaza Festgehaltenen – all dies treibt die Menschen um.“  

Pfarrein Ines Fischer sprach ihr Grußwort per Videoschalte.
Pfarrein Ines Fischer sprach ihr Grußwort per Videoschalte.

Auf der anderen Seite trauere die palästinensische Gesellschaft um rund 50.000 Tote. Der Gazastreifen sei so gut wie vollständig verwüstet. In der Westbank nähmen „Hauszerstörungen durch die Armee und durch radikale Siedler exponentiell zu“. Auch die „Angst der palästinensischen Bevölkerung vor einer endgültigen Auslöschung“ sei im Alltag sehr präsent. 

Fischer stellte in ihrem Grußwort Menschen vor, die „über den eigenen Schmerz hinaus auch das Leid der anderen sehen“. Es sei wichtig, „gerade ihrer Stimme Gehör zu verleihen. Denn trotz allem gibt es sie: Diejenigen, die spüren, dass es auf Dauer nur miteinander geht. Aber sie sind wenige und haben auch in ihrer jeweils eigenen Bevölkerung wenig Rückhalt.“ 

Avi Dabush sei Direktor der Rabbiner für Menschenrechte und repräsentiert Rabbiner und Rabbinerinnen aller jüdischen Konfessionen, die sich vor 35 Jahren in Israel zusammengeschlossen haben, um auf ein Ende der Besatzung hinzuwirken. Obwohl er selbst in Todesangst gewesen sei, habe er „den Frieden und den Glauben an die Gleichheit aller in seinem Herzen bewahrt“. 

Im Parents Circle Family Forum treffen sich laut Fischer israelische und palästinensische Familien, die ein Familienmitglied durch Gewalt, Terror oder Krieg verloren haben. Das Ziel der Organisation sei die Suche nach einer gemeinsamen Zukunft. Sie umfasse mittlerweile rund 700 Familien. 

Zuletzt stellte Fischer ein palästinensisches Ehepaar aus der Westbank vor. Beide seien seit vielen Jahren in der gewaltfreien Friedensarbeit aktiv. Ihr Haus sei letztes Jahr niedergerissen worden. Mit fünf Kindern seien sie von einem Tag auf den anderen obdachlos gewesen. Obwohl sie unter der Gewalt israelischer Siedler leiden, wüssten sie, „dass nicht alle Israelis Siedler sind und wir sehen, dass es viele gibt, die uns unterstützen und das nicht richtig finden, was hier geschieht”. 

Fischer sagte, ihre persönliche Hoffnung sei, „dass diese Stimmen in der Zukunft stärker werden. Denn ich sehe nicht, wie es anders irgendeine Lösung geben könnte”. 

Das vollständige Grußwort von Pfarrerin Ines Fischer (Jerusalem)

Hinweis für Kirchengemeinden

Kirchengemeinden sind herzlich eingeladen, Texte wie diesen von www.elk-wue.de in ihren eigenen Publikationen zu verwenden, zum Beispiel in Gemeindebriefen. Sollten Sie dabei auch die zugehörigen Bilder nutzen wollen, bitten wir Sie, per Mail an kontaktdontospamme@gowaway.elk-wue.de nachzufragen, ob die Nutzungsrechte für den jeweiligen Zweck vorliegen. Gerne können Sie alle Bilder nutzen, die Sie im Pressebereich unserer Webseite finden. Sie möchten in Ihrem Schaukasten auf unsere Webseite verlinken? Hier erfahren Sie, wie Sie dafür einen QR-Code erstellen können. 

Schon gewusst?

Was es mit der Kirchensteuer auf sich hat, wie sie bemessen wird und welche positiven Effekte die Kirchen mit der Kirchensteuer an vielen Stellen des gesellschaftlichen Lebens erzielen, erfahren Sie auf www.kirchensteuer-wirkt.de.

Grafik Kirchensteuer wirkt EKD und weltweite Kirche

Weitere Meldungen, die Sie interessieren könnten

Synodenpräsidentin Sabine Foth.

Ostergruß der Synodenpräsidentin

Synodenpräsidentin Sabine Foth wendet sich mit einem Ostergruß an die Mitglieder der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sie verweist darin auf die besonderen, Corona-bedingten Schwierigkeiten der Gemeinden in der Kar- und Osterzeit. Gleichzeitig lobt sie den kreativen Einsatz der Gemeinden, um dennoch Glaube leben zu können.

Weiterlesen

Während der konstituierenden Sitzung am 15. Februar fassten die Mitglieder der 16. Landessynode die ersten Beschlüsse ihrer sechsjährigen Amtszeit.

„Beraten & beschlossen“ online

Die erste Ausgabe von „Beraten & beschlossen“ in der Amtszeit der 16. Landessynode steht online zur Verfügung. Die zwölfseitige Ausgabe stellt die Personalentscheidungen in den Mittelpunkt, die bei der konstituierenden Sitzung gefallen sind.

Weiterlesen

Sabine Foth, 52-jährige Rechtsanwältin aus Stuttgart, ist neue Präsidentin der württembergischen Landessynode.

Sabine Foth neue Synodenpräsidentin

Bei ihrer konstituierenden Sitzung haben die Synodalen der 16. Württembergischen Evangelischen Landessynode die Juristin Sabine Foth zur Präsidentin gewählt. Sie erhielt bei der Wahl am Samstagmittag 78 von 87 abgegebenen Stimmen.

Weiterlesen

Die Landessynode der Evangelischen Kirche in Württemberg tagt von Donnerstag bis Samstag, 4. bis 6. Juli, im Hospitalhof in Stuttgart (Archivfoto).

Synode startet in neue Amtszeit

Zweieinhalb Monate nach der Kirchenwahl kommt am Samstag, 15. Februar, die 16. Landessynode der württembergischen Landeskirche zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Wahlen werden das beherrschende Thema sein.

Weiterlesen

Sabine Foth soll Präsidentin werden

Die bei der Kirchenwahl im Dezember gewählten Synodalen haben die konstituierende Sitzung der Landessynode am 15. Februar vorbereitet. Bei ihrer Klausurtagung in Bad Boll nominierten sie am Samstag, 18. Januar, die Kandidatinnen und Kandidaten für das Präsidium sowie die Synoden-Ausschüsse. Sabine Foth soll Präsidentin werden.

Weiterlesen

Schwester Margarete Mühlbauer gehörte der württembergischen Landessynode 24 Jahre lang an. Mit einem Debattenbeitrag am vierten und letzten Tag der Herbstsitzung Mitte Oktober verabschiedete sie sich aus dem Kirchenparlament.

Die Schwester auf der Langstrecke

In wenigen Monaten endet die Amtszeit der 15. Landessynode offiziell. Einige Synodale sagen nach jahrzehntelanger Mitgliedschaft im Kirchenparlament Adieu - so wie Schwester Margarete Mühlbauer, die vier Legislaturperioden lang Synodale war. elk-wue.de hat mit ihr gesprochen.

Weiterlesen

Farbschwäche:

Benutzen Sie die Schieberegler oder die Checkboxen um Farbeinstellungen zu regulieren

Einstellungen für Farbschwäche

Schrift:

Hier können die Schriftgröße und der Zeilenabstand eingestellt werden

Einstellungen für Schrift

Schriftgröße
D
1
U

Zeilenabstand
Q
1
W
Tastenkombinationen:

Mit den aufgeführten Tastenkombinationen können Seitenbereiche direkt angesprungen werden. Verwenden Sie auch die Tabulator-Taste oder die Pfeiltasten um in der Seite zu navigieren.

Inhalt Tastenkombinationen

Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Barrierefreiheit: A
Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Schriftgröße +: U
Schriftgröße -: D
Zeilenabstand +: W
Zeilenabstand -: Q
Nachtmodus : Alt (Mac Option Key) + J
Ohne Bilder: Alt (Mac Option Key) + K
Fokus: Alt (Mac Option Key) + G
Tasten­kombinationen: Alt (Mac Option Key) + O
Tastensteuerung aktivieren: Alt (Mac Option Key) + V
Alles zurücksetzen: Alt (Mac Option Key) + Y