02.04.2025

"Es gibt sie: Diejenigen, die spüren, dass es auf Dauer nur miteinander geht"

Pfarrerin Ines Fischer berichtet aus Israel

Ines Fischer, württembergische Pfarrerin der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache in Jerusalem, berichtete in ihrem Grußwort, wie sie die Situation in Israel, dem Gazastreifen und der Westbank erlebe. Sie erlebe „trotz eines größtenteils funktionierenden Raketenabwehrschirms die Angst vor einer ultimativen Auslöschung des Staates aufgrund der Angriffe aus dem Libanon, dem Iran und dem Jemen im letzten Jahr als sehr präsent. Die Erfahrung der Schutzlosigkeit am 7. Oktober hat transgenerationale Traumata getriggert. Die unwürdige Zurschaustellung der Geiseln bei ihrer Freilassung aus dem Gazastreifen und die Sorge um die weiterhin in Gaza Festgehaltenen – all dies treibt die Menschen um.“  

Pfarrein Ines Fischer sprach ihr Grußwort per Videoschalte.
Pfarrein Ines Fischer sprach ihr Grußwort per Videoschalte.

Auf der anderen Seite trauere die palästinensische Gesellschaft um rund 50.000 Tote. Der Gazastreifen sei so gut wie vollständig verwüstet. In der Westbank nähmen „Hauszerstörungen durch die Armee und durch radikale Siedler exponentiell zu“. Auch die „Angst der palästinensischen Bevölkerung vor einer endgültigen Auslöschung“ sei im Alltag sehr präsent. 

Fischer stellte in ihrem Grußwort Menschen vor, die „über den eigenen Schmerz hinaus auch das Leid der anderen sehen“. Es sei wichtig, „gerade ihrer Stimme Gehör zu verleihen. Denn trotz allem gibt es sie: Diejenigen, die spüren, dass es auf Dauer nur miteinander geht. Aber sie sind wenige und haben auch in ihrer jeweils eigenen Bevölkerung wenig Rückhalt.“ 

Avi Dabush sei Direktor der Rabbiner für Menschenrechte und repräsentiert Rabbiner und Rabbinerinnen aller jüdischen Konfessionen, die sich vor 35 Jahren in Israel zusammengeschlossen haben, um auf ein Ende der Besatzung hinzuwirken. Obwohl er selbst in Todesangst gewesen sei, habe er „den Frieden und den Glauben an die Gleichheit aller in seinem Herzen bewahrt“. 

Im Parents Circle Family Forum treffen sich laut Fischer israelische und palästinensische Familien, die ein Familienmitglied durch Gewalt, Terror oder Krieg verloren haben. Das Ziel der Organisation sei die Suche nach einer gemeinsamen Zukunft. Sie umfasse mittlerweile rund 700 Familien. 

Zuletzt stellte Fischer ein palästinensisches Ehepaar aus der Westbank vor. Beide seien seit vielen Jahren in der gewaltfreien Friedensarbeit aktiv. Ihr Haus sei letztes Jahr niedergerissen worden. Mit fünf Kindern seien sie von einem Tag auf den anderen obdachlos gewesen. Obwohl sie unter der Gewalt israelischer Siedler leiden, wüssten sie, „dass nicht alle Israelis Siedler sind und wir sehen, dass es viele gibt, die uns unterstützen und das nicht richtig finden, was hier geschieht”. 

Fischer sagte, ihre persönliche Hoffnung sei, „dass diese Stimmen in der Zukunft stärker werden. Denn ich sehe nicht, wie es anders irgendeine Lösung geben könnte”. 

Das vollständige Grußwort von Pfarrerin Ines Fischer (Jerusalem)

Herbsttagung der Landessynode im Evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart

Hinweis für Kirchengemeinden

Kirchengemeinden sind herzlich eingeladen, Texte wie diesen von www.elk-wue.de in ihren eigenen Publikationen zu verwenden, zum Beispiel in Gemeindebriefen. Sollten Sie dabei auch die zugehörigen Bilder nutzen wollen, bitten wir Sie, per Mail an kontaktdontospamme@gowaway.elk-wue.de nachzufragen, ob die Nutzungsrechte für den jeweiligen Zweck vorliegen. Gerne können Sie alle Bilder nutzen, die Sie im Pressebereich unserer Webseite finden. Sie möchten in Ihrem Schaukasten auf unsere Webseite verlinken? Hier erfahren Sie, wie Sie dafür einen QR-Code erstellen können. 

Schon gewusst?

Was es mit der Kirchensteuer auf sich hat, wie sie bemessen wird und welche positiven Effekte die Kirchen mit der Kirchensteuer an vielen Stellen des gesellschaftlichen Lebens erzielen, erfahren Sie auf www.kirchensteuer-wirkt.de.

Grafik Kirchensteuer wirkt EKD und weltweite Kirche

Weitere Meldungen, die Sie interessieren könnten

Bericht zur Situation von verfolgten Christen

Weltweit seien mehr als 360 Mio. Christen aufgrund ihres Glaubens Verfolgung ausgesetzt, berichtete Dr. Christine Keim bei der Herbstsynode. Schwerpunkte waren die Situation in Armenien, im Irak und zum Thema "Indigene und Religionsfreiheit"

Weiterlesen

Herbsttagung der Landessynode hat begonnen

Die Landessynode hat sich zum Auftakt ihrer Herbsttagung mit der Strategischen Planung des Oberkirchenrats, der Lage verfolgter Christen und in einem Grußwort sowie der Aktuellen Stunde mit dem Thema Antisemitismus beschäftigt.

Weiterlesen

Themen der Herbstsynode

Vom 30. November bis 2. Dezember kommt die Landessynode in Stuttgart zu ihrer Herbsttagung zusammen. Themen werden u. a. die Lage verfolgter Christen in Armenien und Irak, die Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung VI, die Auf!-Studie zu sexualisierter Gewalt und der Nachtragshaushalt sein.

Weiterlesen

Inklusive Arbeitswelten gestalten - ein Impuls

Wie lässt sich eine gerechte und inklusive Arbeitswelt gestalten? Ein EKD-Fachforum hat sich vom 20. bis 21. November damit befasst. Sabine Foth sprach dort beim Fachtag von ihren Erfahrungen als Arbeitgeberin, Synodalpräsidentin und als Ehrenamtliche ihrer Kirchengemeinde.

Weiterlesen

Angehörige von Hamas-Geiseln treffen Landesbischof Gohl

Landesbischof Gohl und Vertreterinnen und Vertreter der Landeskirche haben sich mit Angehörigen von Menschen getroffen, die von der Terror-Organisation Hamas entführt worden sind. Im Gespräch gaben diese Einblicke in die Situation der Geiseln und Angehörigen.

Weiterlesen

„Wir schweigen nicht!“

Zum Auftakt der Tagung der EKD-Synode in Ulm hat Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl in der Ulmer Martin-Luther-Kirche über 2. Kor 4,7-14 gepredigt und dabei alle Christen ermutigt, dem Antisemitismus entgegenzutreten und für den eigenen Glauben einzustehen.

Weiterlesen

Farbschwäche:

Benutzen Sie die Schieberegler oder die Checkboxen um Farbeinstellungen zu regulieren

Einstellungen für Farbschwäche

Schrift:

Hier können die Schriftgröße und der Zeilenabstand eingestellt werden

Einstellungen für Schrift

Schriftgröße
D
1
U

Zeilenabstand
Q
1
W

Tastenkombinationen:

Mit den aufgeführten Tastenkombinationen können Seitenbereiche direkt angesprungen werden. Verwenden Sie auch die Tabulator-Taste oder die Pfeiltasten um in der Seite zu navigieren.

Inhalt Tastenkombinationen

Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Barrierefreiheit: A
Hauptnavigation: M
Toolbar Menü: T
Inhalt: C
Footer: F
Schriftgröße +: U
Schriftgröße -: D
Zeilenabstand +: W
Zeilenabstand -: Q
Nachtmodus : Alt (Mac Option Key) + J
Ohne Bilder: Alt (Mac Option Key) + K
Fokus: Alt (Mac Option Key) + G
Tasten­kombinationen: Alt (Mac Option Key) + O
Tastensteuerung aktivieren: Alt (Mac Option Key) + V
Alles zurücksetzen: Alt (Mac Option Key) + Y